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Geschichte der Stadtbibliothek Pforzheim

1893-1909

Die Volksbibliothek mit Lesehalle in der Großen Gerberstraße

Die Volksbibliothek wurde 1893 mit einem Bestand von ca.3000 Bänden eröffnet. Der Besuch der Lesehalle war „allen männlichen Personen, welche das 17. Lebensjahr zurückgelegt haben“ gestattet. Sie sollte nicht nur ein Ort der Information und Weiterbildung sein, denn es wurden nicht nur Zeitungen, Zeitschriften und Nachschlagewerke angeboten sondern auch Spiele wie Schach oder Dame. Die Ausleihe fand an zwei Tagen von 18-20 Uhr statt, wobei an einen Leser jeweils nur ein Band ausgegeben wurde.

1909 – 1932

Städtische Volksbibliothek und Lesehalle

Im Verlauf des Jahres 1909 musste man sich nach einem neuen Quartier für die Bibliothek umsehen, da das Gebäude abgerissen werden sollte, um dem zukünftigen Stadtbad Platz zu machen. Die Wahl fiel auf das nach den Plänen des Weinbrennerschülers Karl August Schwarz gebaute und seit 1987 im städtischen Besitz befindliche Bohnenberger Schlößchen. In den 30er Jahren kamen noch zwei weiter kulturelle Einrichtungen dazu, die städtische Gemäldesammlung im Obergeschoß und das Stadtarchiv im Hintergebäude. 1932 war der Bestand auf 95615 Bände angewachsen, es waren 3842 Leser registriert und die Besucherzahl der Lesehalle auf 22343 Kunden angewachsen.

1933 – 1945

Die Volksbücherei während des Nationalsozialismus

Auch an der Pforzheimer Bibliothek fanden „Bestandssäuberungen“ und eine rigorose Ausrichtung des Schrifttums auf die nationalsozialistische Ideologie statt, Spuren der Aussonderungen lassen sich in den Bücherverzeichnissen finden. Auch in den Kriegsjahren wurde die Buchausleihe aufrechterhalten und bis zu dem Tag durchgeführt, an dem das gesamte Anwesen durch den Fliegerangriff am 23.02.1945 zerstört wurde.

1945 -1959

Interimszeit in der Osterfeldschule

Noch im Herbst 1945 wurde mit dem Wiederaufbau der Bücherei begonnen, den neuen Buchbestand trug man von allen Seiten zusammen. Den Grundstock bildeten die etwa 1500 Bände, die aus dem Kellergewölbe gerettet werden konnten, durch Spenden und Käufe wuchs der Bestand auf 2500 Bände. War über mangelnden Zulauf durch die Bevölkerung nicht zu klagen, so war die räumliche Unterbringung sehr unbefriedigend. 1951 wurde dann die erste Zweigstelle auf dem Buckenberg errichtet, die zweite entstand 1954 im Stadtteil Dillweißenstein. 1953 konnte das schon lang ersehnte Lesezimmer eingeweiht werden.

1960 -1993

Die Stadtbücherei im Reuchlinhaus

Der vielbeachtete Neubau eines Pforzheimer Kulturzentrums, Bibliothek, Archiv, Kunst- und Gewerbeverein unter einem Dach, wurde durch den Architekten Manfred Lehmbruck realisiert. 1959 startete die neue Bibliothek in den hellen durch große Glasfenster zum Stadtgarten hin geöffneten Räumen und der großzügigen, ganz in Naturholz gehaltenen Inneneinrichtung mit einem zum ersten Mal offen aufgestellten Buchbestand.Die Nutzung der Bibliothek war ab 1962 kostenfrei und die Ausleihzahlen schossen in die Höhe. Bereits in den 70er Jahren waren die Räumlichkeiten der gestiegenen Nachfrage nicht mehr gewachsen. Zur Entlastung dienten ab 1972 der Bücherbus und 1975 die Auslagerung der Kinderbibliothek in Räumlichkeiten in der Jahnstraße 40. Bald entstanden Überlegungen zu einem Bibliotheksneubau um den Anforderungen der Zukunft gewachsen zu sein.

1993 bis heute

Stadtbibliothek im Neubau an der Deimlingstraße

1990 legte das Architekturbüro Hilmer & Sattler einen Entwurf für einen zeitgemäßen und städtebaulich attraktiven Bibliotheksneubau vor. 1999 fiel der Startschuss zur Realisierung. Seitdem steht den Pforzheimern eine zentral gelegene Bibliothek mit Angeboten zum lebenslangen Lernen, zum Lesen und zur Leseförderung, zur multimedialen Medienwelt und zur Begegnung auf drei Stockwerken zur Verfügung.

Auf 3.000 qm stand im Juli 2002 ein Bestand von rund 118.000 Medien bereit. Die Kinderbibliothek wurde in das Gebäude integriert, ebenso die Jugendmusikschule und ein Bibliothekscafé. Im ganzen Haus finden sich Plätze zum Arbeiten und Schmöckern. Die korallenroten Regale und grünen Leuchten an den Leseplätzen wurden zum Erkennungsmerkmal der Bibliothek.

Über die Jahre wurden vor allem die vielfältigen digitalen Angebote der Bibliothek weiter ausgebaut. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm und Bibliothekseinführungen für Kinder und Erwachsene, für Kitas und Schulen gehören zum Bibliotheksalltag.

Moderne Ausleihtechnik hat ab 2009 Einzug gehalten und zu einem grundlegenden Umbau des Foyers geführt.